Philosophie

Philosophie der ETF

Professionelles Sicherheitskräftetraining und authentisches Escrima sind innerhalb von nahezu dreißig Jahren und dabei letztlich unter dem Dach der ETF zu einer gewachsenen Einheit geworden.

Dabei dient die ETF als ideeller Überbau für unabhängige Vereine, Clubs und Einzelpersonen, die an professioneller Selbstverteidigung, anwendungsorientierten historischen Fechtweisen, sowie realitätsnahen Turnieren interessiert sind. Die Umsetzung praxisbezogener Lehrprogramme auf der Grundlage authentischer Basiskonzepte, sowie die Ermöglichung einer Trainerausbildung mit hohen Standards, sind die Grundanliegen der ETF.

Selbstverteidigung und historische Fechtweisen?

Im ETF-Combat-Escrima unterscheiden wir drei grundsätzliche Trainingsbereiche:

Cadena / Kadena (waffenloser Bereich)

Umfasst unsere überwiegend unbewaffneten Selbstverteidigungskonzepte – sehr pragmatisch und funktional. Die hier vermittelten Konzepte haben sich u.a. über ein viertel Jahrhundert für Sicherheitskräfte zum Selbstschutz bewährt. Zwischen 1920 und 1950 wurden grundlegende Prinzipien von Filipinos sehr erfolgreich beim Profiboxen in Amerika eingesetzt. (diverse Weltmeister in der großen Ära des Pinoy-Boxens)

De Campo (Klingenbereich: Säbel, Schwert, Messer, Schild, Speer etc.)

Beinhaltet das Training historischer Fechtweisen, ehemals für Schlachtfeld und Duellplatz gedachter Schwert- Säbel- und Speertechniken, so wie sie uns im Escrima überliefert wurden. Hier werden in sehr realistischer Weise fundamentale Prinzipien bewaffneter Auseinandersetzung praktiziert und wesentliche überlebensnotwendige Erkenntnisse und Handlungsinstinkte zur Beherrschung von Selbstverteidigungsszenarien vermittelt, in denen Angreifer Klingenwaffen unterschiedlichster Länge benutzen. Somit sind diese Übungen auch sehr hilfreich zum wirklichen Verständnis der Messerproblematik. Dieser Bereich wird in der ETF auch auf Turnieren gekämpft

Baston (Stumpfwaffenbereich: Einsatzstöcke, Nervenstock etc.)

Knallhartes Training für Szenarien in denen Angreifer stumpfe Waffen (Stöcke, Knüppel, Keulen) einsetzen. Die Übenden sind hohem mentalen und physischem Druck ausgesetzt, wodurch sie mit der Zeit sehr kampfstark werden – und zwar sowohl mit wie ohne Waffen! Durch häufig entstehenden Nahkampf ergeben sich hier viele Punch- und Push & Pull-Techniken. Sicherheitskräfte erlernen hier den effektiven Gebrauch von Einsatzstöcken. Durch fortgeschrittene Turnierpraxis werden die Aktiven an sehr starke Belastungen gewöhnt, die realen Auseinandersetzungen sehr nahe kommen.

Es ist zwingend notwendig, die verschiedenen Konzepte richtig einzusetzen! Daher muss man die unterschiedlichen Bereiche und die verschiedenen Vorgehensweisen klar unterscheiden können. Letztlich wird man aber in der Selbstverteidigung erst durch das Training aller drei Grundbereiche (Waffenlos, Stumpfwaffen, Klingenwaffen) wirklich in der Lage sein, instinktiv und sinnvoll zu handeln und die gesamte Komplexität menschlicher Auseinandersetzung zu verstehen!

Umgang miteinander:

Das pro oder contra einer Kleiderordnung bzw. das Tragen von Club-T-Shirts, überlassen wir grundsätzlich den Gepflogenheiten jedes einzelnen Clubs. Allgemeine ETF-T-Shirts sind als Zusatzangebot zu verstehen, einige Clubs haben da durchaus eigene Vorstellungen und Traditionen.

Unser Umgangston untereinander ist locker, höflich und kollegial. Wir reden uns grundsätzlich mit den Vornamen an – ausnahmslos!

Die Gesundheit der Trainingskameraden steht immer an vorderster Stelle. Unkollegiales oder rücksichtsloses Verhalten soll und kann mit Ausschluß aus dem jeweiligen Club geahndet werden.

Wegen schwerer Straftaten (wie z.B. Raub) vorbestrafte Personen,
haben in unseren Kreisen nichts zu suchen. Auch der Verdacht auf terroristischen oder extremistischen Hintergrund, ist ein  Hinderungsgrund.

Respekt muß sich ein Lehrer bei uns durch Wissen, Können und Charakter bei seinen Schülern verdienen, beruht auf Gegenseitigkeit und wird nicht von „Oben“ angeordnet. Graduierungsdünkel und sektenähnliches Gebaren sind bei uns verpönt.

Egal, ob nun eher Hobby-Escrimador oder Profi, reiner Praktiker, Gruppenleiter, Instructor, Top-Kämpfer oder Gast – bei uns sollen sich Alle wohl fühlen können und Spaß am Training haben. Niemand soll sich in irgendeiner Weise zurückgesetzt fühlen.

ETF-Mottos:

  1.  Wir arbeiten grundsätzlich nach der Devise, dass sich nur zu üben lohnt, was sich im Kampf auch wirklich anwenden läßt!
  2. Wir glauben nicht an irgendwelche losgelösten Abwehrtricks für die Laienselbstverteidigung, sondern sind der Auffassung, dass im Ernstfall nur ein komplex erworbenes Kampfverhalten nützt. 
  3. Kommerziell aufbereitete und künstlich gestreckte Trainingsprogramme (unnötige Zeremonien, Formen oder Übungen die es traditionell gar nicht gibt), wie man sie aber leider mancherorts findet und die mehr der Geldmacherei, als der sinnvollen Anleitung Hilfesuchender dienen, lehnen wir grundsätzlich ab.

Infos zu Einzel- und Kleingruppenunterricht: 01573-17 55 53 1

Escrima Training Federation © 2015